DIE MAGIE DES STRICHS

...EIN KÜNSTLER MUSS SICH SELBST TREU BLEIBEN...
Um modische Trends im Kunstgeschehen hat er sich nie gekümmert. Von nichts und niemandem ließ er sich vereinnahmen. Beharrlich und unbeirrbar ging er von Anfang an seinen eigenen Weg. Ein Einzelgänger. Ein Autodidakt. Ein Zeichner und Radierer. Ein Meister der Grafik. Ein Künstler, der die „altmeisterlichen“ Techniken beherrscht, wie Tusche-Federzeichnung, Kupferstich, Strichätzung, Aquatinta. Ein Künstler, der die Perfektion liebt und sein Handwerk perfektioniert hat. Ein Künstler, der gegenständlich gezeichnet und gemalt hat, auch zu Zeiten, als Figuratives am Kunstmarkt wenig Liebhaber fand. Die Konsequenzen nahm er stets in Kauf. Sich selbst kompromisslos treu geblieben zu sein, sieht er als seinen größten Erfolg.

...ICH LEBE UM ZU ZEICHNEN...
Begeistert gezeichnet hat er schon als Kind. Sein Talent wurde weder erkannt noch gefördert. Seine Jugendzeit bezeichnet er selbst als schwierig. Das Gymnasium brach er ab. Er galt als unangepasst, rebellisch. Ein Aussenseiter. Früh auf sich allein gestellt suchte er Unabhängigkeit zunächst durch diverse Jobs. Den entscheidenden Impuls für seine künstlerische Laufbahn erhielt er mit knapp Zwanzig durch eine Künstlergruppe in Wien. In der persönlichen Begegnung mit der Wiener Schule des „Phantastischen Realismus“ und Malern wie Fuchs, Hutter, Lehmden, Hausner, Leherb , u.a. entdeckte er seine Berufung, seine Leidenschaft. Er begann zu zeichnen, fand seinen eigenen Stil, entwickelte seine persönliche Handschrift. Mit Fünfundzwanzig wußte er, daß nur die Kunst es für ihn wert sei, ihr sein Leben zu widmen. Er entschloß sich, freischaffender Künstler zu sein. Einer exzessiven Phase extrovertierter Selbstinszenierung in den Siebzigern folgte in den Achtzigern die radikale Selbstbesinnung. Die Beschränkung auf das für ihn Wesentliche, Lebensnotwendige.. „Ich lebe, um zu zeichnen“, bringt er es lapidar auf den Punkt. Sein Lebensmotto: „Nulla dies, sine linea“. „ Kein Tag, ohne einen Zeichen-Strich“.


...JEDES BILD IST EIN KIND VON MIR...
Gregor Traversas altmeisterliche Technik zwingt zu einem entschleunigten Schaffensprozess, zur Langsamkeit. Sowohl die Federzeichnungen und Mischtechniken, wie die Radierungen entstehen nicht in einer Art schnellem „ kreativen Wurf“ , sie dauern durchschnittlich mehrere Wochen, manche mehrere Monate an kontinuierlicher Arbeit. In vielen seiner „Stadtlandschaften“, „Industrielandschaften“ oder „Dunkellandschaften“ sind zwischen 6 - 8 Schichten an feinsten Federstrichen mit schwarzer Tusche übereinandergelagert. Der Großteil seiner großformatigen „Dunkelland“-Bilder brauchte 6 bis 8 Monate pro Bild. Strich für Strich federgezeichnet. Ein Schaffensakt, der Zeit erfordert, Ausdauer, Geduld. Und Liebe zum Detail. Gregor Traversa verkörpert sie. Eine seiner kreativen Ressourcen. „Jedes Bild ist ein Kind von mir“, sagt er. Er trennt sich schwer von seinen Zeichnungen und Bildern.


...ALLE MEINE BILDER ERGEBEN AM ENDE EIN EINZIGES LEBENSBILD...
„Alles was ich bin, weiß, denke, fühle, ist in meinen Bildern, meine Erfahrungen, mein Verhältnis zum Leben, mein Verhältnis zum Tod, das Erleben der Vergänglichkeit, und daß ich mich selbst immer wieder in Frage stelle, meine Lebensthemen, einfach Alles“...

„Was ich mir wünsche ? - Daß die Betrachter meiner Bilder sich inspiriert fühlen, sich mit dem eigenen Sein, Fühlen, Denken, zu konfrontieren. Meine Bilder unterhalten nicht, sie dienen nicht der Zerstreuung , sie sind kein dekoratives Design-Element. Meine Bilder animieren zur Vertiefung, zur Auseinandersetzung“...